| Ostertörn am Limfjord |
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Limfjord – Perle im Norden Jütlands (DK) Ein Törnbericht von Heinz-Dieter Heibach (RKC-Wörth) „Da sind ja die Eismeersegler wieder“ – Mit diesen Worten wurden wir nach unserer Rückkehr vom Limfjord am 23.04.2006 von verschiedenen Mitgliedern des Ruder- und Kanu-Club (RKCW) in Wörth begrüßt. Um es vorwegzunehmen – dank guter Funktionswäsche sowie entsprechender Segelbekleidung haben wir zu keinem Zeitpunkt gefroren. Doch nun der Reihe nach: Nach ausgiebigen Vorbereitungsarbeiten und Systemchecks im Heimatrevier des RKCW wird unsere ETAP 23iL „ARIANE“ am 09.04.2006 gekrant und auf dem Trailer verzurrt. Hinfahrt und Aufrüsten Ausgerüstet mit allem Notwendigen zum Segeln und vor allem für Leib und Seele starten wir am Mittwochabend, dem 12.04.2006. Auch dieses Mal planen wir eine Nachtfahrt ein, da man als Gespannfahrer nachts in der Regel mit deutlich höherer Durchschnittsgeschwindigkeit vorankommt und fast alle ?berholverbote für PKW mit Anhänger zu dieser Zeit aufgehoben sind. Die Hinfahrt führt uns von unserem Wohnort Oberreichenbach (Nordschwarzwald) über Würzburg, Hannover, Hamburg, Grenze Ellund, Arhus, Randers, Viborg nach Hjarb?k. Dort, im südöstlichen Zipfel des Limfords, wollten wir wieder wassern und unseren Törn beginnen. Nach einer 16-stündigen Fahrt (mit 3,5 Stunden Schlaf in Etappen für den Fahrer) und 1.120 Kilometern auf der Logge laufen wir morgens gegen 10:00 Uhr im kleinen, verschlafenen Hafen von Hjarb?k ein. Die Kaltfront, die uns im letzten Teil der Nachtfahrt die Sichten reduzierte, zieht schon kurz nach unserer Ankunft ab. Im Hafen selbst sind nur wenige Schiffe im Wasser. Die meisten werden an Land noch auf den bevorstehenden Saisonbeginn am 22.04.2006 vorbereitet. Nach einem kurzen Frühstück, bei dem uns die vielgepriesenen dänischen Plunderteilchen besonders mundeten, gingen wir daran, das Boot fertigzumachen. Bei frischem Wind und ca. 6-8 Grad Celsius Lufttemperatur wird das Boot mit dem „mittelalterlichen“ Kran von Hand zu Wasser gebracht. Nachmittags schnell aufgeriggt und alles für den bevorstehenden Törn klargemacht. An Deck werden die Strecktaue ausgebracht, die uns bei Arbeiten auf Deck sichern und einen Sturz ins 4? kühle Nass verhindern sollen. Abends geht es, weil rechtschaffen müde, früh in die Kojen. Unser Heizlüfter muss zum ersten Mal seine Fahrtentauglichkeit unter Beweis stellen. Bei einer minimalen Außentemperatur von 3 Grad Celsius hält er unter Deck immer mindestens 20 Grad.
1. Segeltag 14.04.06, Karfreitag (Hjarb?k – Liv?; Etmal: 30,6 sm; 06:30 h) Mit WSW 4-5 steht der Wind genau quer auf unseren Liegeplatz an der Kaimauer im Hafen von Hjarb?k und drückt uns somit „aufs Land“. Wir greifen jedoch in des Seglers Trickkiste und legen nach dem Eindampfen in die Spring ab. Schnell sind die Segel gesetzt und unter Groß und Fock geht es zunächst mit Kurs Nord in den Hjarb?k-Fjord hinein. Es ist wichtig nicht direkt Kurs Richtung Virksund zu legen, da es westlich des Hafens in großen Bereichen untief ist. Leider fehlen schon hier, wie wir im späteren Verlauf des Törns an anderer Stelle noch öfter feststellen werden, die Fahrwassertonnen bzw. Pricken. Es ist wohl noch zu früh im Jahr und so muß mit Hilfe des Echolots und vor allem auch anhand der Färbung des Wassers gesegelt werden. Nachdem wir uns auf West-/Nordwestkurs machen können, binden wir das 1. Reff ins Groß, um hoch am Wind bis zur Schleuse/Brücke nach Virksund aufzukreuzen. Leider bleibt wegen der kurzen Kreuzschläge kaum Zeit, die Schönheit des Hjarb?k-Fjords zu bewundern. Bei einer Breite von ca. 1,5 Nm segelt man durch eine hügelige Naturlandschaft, wie sie den Limfjord in weiten Teilen charakterisiert. Der Schleusenwärter in Virksund hat uns bereits von der Ferne gesehen und das Tor geöffnet, so dass wir kein Signal (Flagge „N“ oder Gastlandflagge auf Halbmast oder Hornsignal „lang, kurz“) geben müssen. Wir halten uns an der seitlichen Leine fest und belegen gar nicht erst. Nach kurzer Wartezeit geht die Klappbrücke auf und wir legen ab Richtung Liv?. Bei Hvalpsund, dort wo die Fähre häufig das Fahrwasser kreuzt, entdecken wir auf einer Steinbarre die ersten beiden Seehunde auf diesem Törn. Bei strahlendem Sonnenschein geht es weiter zu unserem heutigen Etappenziel. Zuvor muß jedoch das Liv?-Tap östlich umfahren werden. Auf direktem Kurs würde man unweigerlich auf diese bald 1,5 Nm lange Barre auflaufen, welche bei Seegang nur durch die Brandung und bei Flaute optisch so gut wie gar nicht zu erkennen ist. Allerdings ist die Spitze durch eine Untiefentonne geschützt. Im winzigen Hafen von Liv? machen wir fest. Diese, unseres Erachtens nach, schönste Insel im Limfjord wird von wenigen Leuten in etwa 10 Häusern bewohnt und lädt zu einer Wanderung ein. Der größte Teil der Insel ist von einem weitestgehend naturbelassenen Wald sowie einigen bewirtschafteten Feldern bedeckt.
2. Segeltag 15.04.06, Karsamstag (Liv? – Lemvig; Etmal: 61,2 sm; 13:40 h) Da im Limfjord überwiegend westliche Windrichtungen vorherrschen, nehmen wir uns törntaktisch heute den größten Schlag der Reise vor und laufen bis nach Lemvig, welches nur noch ca. 12 Meilen von der Nordsee entfernt liegt. Zunächst geht es bei W 3-4 nördlich an Liv? vorbei hinüber in die Thisted Bredning. An der Nordostspitze der Insel M?rs leuchtet uns schon von weitem das sonnenbeschienene Feggeklit, einem ca. 25 m hohen Kliff, entgegen, wo der Sage nach Prinz Hamlet seinen Onkel und Stiefvater, König Fegge, ermordet haben soll.
Leider dreht der Wind zurück auf SW 3 und damit genau in die Richtung in die wir müssen. Um unser Tagesziel noch vor Mitternacht erreichen zu können, wird die Fock geborgen und der Jockel zum Leben erweckt. An Thistedt vorbei sehen wir schon bald die markante Brücke von Vilsund. Dort müssen wir ca. 10 Minuten warten, um einen Linienbus passieren zu lassen. Weiter geht es unter Segeln in südöstliche Richtung, vorbei an der Rovvig Bucht, in der wir 2003 eine Nacht unter Anker verbracht hatten und wo uns morgens Seehunde am Schiff zur Begrüßung weckten.
Ab der Doverodde geht es in ein verwinkeltes Fahrwasser, vorbei an mehreren kleinen Inseln sowie verträumten Buchten. Südlich an der Insel Ager? vorbei weiter Richtung Nordspitze Insel Jegind?. Hier leistet uns der Autopilot gute Dienste. Denn schnell bereiten wir ein Abendessen, speisen an Deck und genießen den nordischen Sonnenuntergang mit seinem eigenen Licht. Nachdem die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist, schläft alsbald der Wind ein und bei einer Logge von 46,8 sm muß unser Jockel noch mal herhalten. Gegen 21:10 Uhr erreichen wir die Oddesund-Brücke, die 24 Stunden besetzt sein soll. Im Wärterhäuschen ist jedoch kein Licht auszumachen und so befürchten wir, unseren Segeltag hier beenden zu müssen. Nach mehreren Vollkreisen kommt das Preßlufthorn zum Einsatz und mit Lang/Kurz wird der Brückenwärter aus seinen schönsten Träumen geweckt. Vermutlich dachte er angesichts des Lärms ein Tanker würde seine Brücke rammen. Es scheint jedoch nicht so schlimm gewesen zu sein, winkt er uns doch bei der Passage freundlich zu. Mit Sektorenlichtern steuern wir in die Nissum Bredning und erreichen bei Logge 57,4 sm die Ansteuerung von Lemvig. Von dort aus geht es mit Feuer in Linie zunächst südwestlich und später südlich. Um im schmalen Fahrwasser die Tonnenbezeichnung besser lesen zu können, steht der Skipper mit einem Handscheinwerfer im Bug, während Steuermann Maxim präzise nach den Leitfeuern fährt und die Bojen abhakt. An der etwas außerhalb gelegenen Marina vorbei laufen wir in den „Gammelhavn“, direkt am alten Stadtkern ein und schreiben um 23:25 Uhr „Leinen fest, Maschine aus“ ins Logbuch. Zum Schluß gibt es noch eine heiße Milch und gegen 01:00 Uhr fallen wir todmüde, aber glücklich und zufrieden in die Kojen. 3. Segeltag 16.04.06, Ostersonntag (Lemvig – Thybor?n); Etmal: 20,6 sm; 04:55 h)Nach dem anstrengenden Vortag lassen wir es heute ruhiger angehen. Am Mittag geht es los und bei SW 3-4 segeln wir mit einem Anlieger in den Thybor?n-Kanal. Hier entstand bei einer Sturmflut 1825 ein Durchbruch zum Meer und schuf somit eine Durchfahrt durch den Limfjord von Hals an der Ostsee hinaus in die Nordsee. ?brigens nutzen immer wieder Segler die gemütliche Tour durch den Limfjord mit einem anschliessenden Anlieger vorbei an Skagen in den Oslo-Fjord, anstatt sich mühsam durch Kattegat und Skagerag Richtung Nordnordwest zu quälen. Vorbei an furchtbaren Industrieanlagen (in Thybor?n gibt es die größte Fischindustrie Dänemarks) geht es hinaus zu einem Abstecher in die Nordsee. Für Schiff und Crew in dieser Konstellation eine Uraufführung. Zurück wollen wir ab Thybor?n nördlich durch das Langholm L?b nach Agger laufen. Allerdings fehlen ab der Fähre Langholm-Thybor?n alle Tonnen. Einen Versuch, das enge und anspruchsvolle Fahrwasser von max. 2 m Tiefe nur mit Hilfe des GPS zu meistern, geben wir angesichts großflächiger Untiefen mit Flachs bis zu 40 cm links und rechts des Weges schnell auf. Also kehrt und zurück in den Industrie-/Fischereihafen von Thybor?n, wo wir im „Nordre Inderhavn“, nur durch die Mole von der Nordsee getrennt, neben Fischerbooten einen Liegeplatz finden.
4. Segeltag 17.04.06, Ostermontag (Thybor?n – Gyldendal); Etmal: 27,2 sm; 05:05 h) Nach einem guten Frühstück geht es frisch gestärkt Richtung Gyldendal in der Ven? Bucht. Der Wind kommt frisch aus SW und weht in Böen bis 6 Bft. Auf dem ersten Teil im Thybor?n-Kanal nehmen wir die Maschine mit hinzu, da es ein kurzes Stück gegenan geht. Danach läuft das Schiff nur unter Groß mit 1. Reff auf raumen Kurs 6,5 bis 7,0 kt. Ausgangs des Kanals begegnen wir dem einzigen Segelschiff auf dem ganzen Törn. Die Oddesund-Brücke passieren wir unter Segel zusammen mit zwei Fischkuttern, die auf uns warten mussten. Weiter geht es mit Rauschefahrt durch den Ven?-Sund, vorbei an der Insel Ven?, wo wir vor 3 Jahren übernachtet haben. Ab der Ven?-Odde im Süden der Insel setzen wir die Genua und baumen diese aus. Ein Geschwindigkeitsrekord nach dem anderen fällt: 7,5 – 8,0 – 8,5 – 9,1 kt!! Zum Gyldendal-Havn führt eine schmale ausgebaggerte Fahrrinne, die durch Feuer in Linie gekennzeichnet ist. Auch hier fehlen die in der Karte eingezeichneten Tonnen. Im Hafen bekommen wir einen guten Liegeplatz. Die Marina ist sehr sauber und gut ausgestattet. Zur Feier des Tages gehen wir im Hafenrestaurant essen, wo frischer Fisch kredenzt wird.
5. Segeltag 18.04.06 (Gyldendal – Harre Vig); Etmal: 13,6 sm; 02:35 h) Heute steht ein kurzer Schlag um das Kaas Hoved herum in die Harre Vig Bucht an. Aufgrund des frischen Windes binden wir das 2. Reff ins Groß und nehmen später die Genua herunter, da wir immer noch übertakelt sind (die Logge zeigt bis zu 8,9 kt). Nur unter Groß laufen wir mit 6,5-7,0 kt. Nach ca. 5 Nm in der Kaas Bredning geht es steuerbords ab in die Lysen Bredning. Mit 6,5 kt jagen wir vor dem Wind durch die Sester Odde, deren Durchfahrt nur 3,2 Meter tief und ca. 10 Meter breit ist sowie zu den Seiten rasch auf 0,4 Meter ansteigt. Präzises Navigieren anhand der Karte, ?berwachung des Lots sowie Beurteilung der Tiefe aufgrund der Farbgebung des Wassers sind hier gefordert. Die Gesamtbreite der Odde beträgt zwar ca. 40 Meter, jedoch ist das enge Fahrwasser nicht betonnt. Zur Sicherheit läuft die Maschine mit. Im Südwesten der Bucht fällt schließlich der Anker. Bei dem sonnigen Wetter legen wir einen Lesenachmittag ein. Später wird uns im Hafen von Skive ein Lehrer erzählen, dass die Harre Vig schon von den Wikingern genutzt wurde. Ganz in der Nähe unseres Ankerplatzes zogen sie ihre Boote an Land.
6. Segeltag 19.04.06 (Harre Vig – L?gst?r); Etmal: 25,6 sm; 05:45 h) Nach einer wunderbaren Nacht im ruhigen Harre Vig soll es heute langsam aber sicher Richtung Ausgangshafen gehen. Zunächst bereitet uns der Anker ?rger, da sich die Spitzen in einer fremden Kette verhakt haben. Wie sich später anhand des GPS herausstellen wird, haben wir just an der Stelle geankert, wo die Dänische Seglerunion in der Saison Ankerbojen ausbringen wird. Doch nach einer Viertelstunde sind wir wieder frei und bei strahlendem Sonnenschein und SW 3 geht es los. Unter Groß und ausgebaumter Fock kommen wir gut voran. Nach dem Passieren der Salling-Sundbrücke – mit einer Durchfahrtshöhe von 26 m und einer Breite von ungefähr einer halben Meile größte Brücke am Limfjord – flaut der Wind ab und die Fock wird gegen den Blister getauscht. Da der Wind weiter abnimmt, bergen wir schließlich auch den Blister und laufen unter Maschine Kurs L?gst?r. Dort wollen wir das Limfjordmusem besuchen, welches jedoch erst ab 01.05.2006 geöffnet sein wird, wie wir später herausfinden. Bei der Einfahrt in den L?gst?r-Kanal beginnt es zu regnen und wir werden das erste Mal auf diesem Törn nass. Im „Vester Baadehavn“, dem Stadthafen, machen wir fest und beobachten abends eine Rettungsübung der dänischen Rettungsbrigade. Auf dem Weg zum Limfjordmuseum stoppen wir, ob des Regens in voller Seglermontur bekleidet, am Bootshaus des Yachtklubs und schauen uns dort um. Plötzlich verlässt eine Dame im Badeanzug das Klubhaus und begibt sich für ca. 5 Minuten zum Bad ins 4? warme Wasser des Limfjords. Wir trauen unseren Augen nicht, sind uns aber einig, dass wir uns auf andere Art und Weise gesund halten wollen.
7. Segeltag 20.04.06 (L?gst?r – Skive); Etmal: 29,8 sm; 06:00 h) Nach einer Nacht mit Starkregen und Windböen von bis zu 7 Bft im Hafen werden wir morgens von den ersten Sonnenstrahlen geweckt. Ein gutes Frühstück an Deck und schon geht es zum zweitletzten Schlag auf diesem Törn. Aus dem schmalen L?gst?r-Kanal motoren wir gegen den Wind. Bei einem West von 3-4 Bft setzen wir Groß und Genua und legen Kurs Süd, vorbei an Liv?. Im Hvalpsund müssen wir einmal aufkreuzen, um genügend Höhe Richtung Skive zu bekommen. Mit einem Anlieger laufen wir mit 5-6 kt hoch am Wind. Bei strahlendem Sonnenschein ist dies in der wunderschönen Fjordlandschaft Freude pur. In Skive finden wir eine neu angelegte, gut ausgestattete Marina vor, die, wie wir später erfahren, in wenigen Wochen erst formell eröfffnet werden soll. Im Mai wird hier die Weltmeisterschaft im „Europe“ ausgetragen. Als wir zu einem Stadtbummel aufbrechen, begeben sich einige Mitglieder des Ruder- und Kanuklubs Skive zu einer Abendausfahrt. Unter Führung eines Vierers mit Steuermann, der einen riesigen Danbro (dänische Nationalflagge) am Heck trägt, geht es hinaus in den Skive-Fjord. Nachdem wir unsere Stadterkundung beendet haben, kehren auch die Ruderer wieder in den Hafen zurück und verstauen ihre Boote. Kurz darauf begeben sich zwei Frauen aus dem Kreise der Ruderer zu einem erfrischenden Bad ins Hafenbecken. Wassertemperatur hier 7? Celsius bei 10? Celsius Lufttemperatur. Wem’s gefällt!
8. Segeltag 21.04.06 (Skive – Hjarb?k); Etmal: 22,5 sm; Heute geht es zurück nach Hjarb?k. Leider regnet es bis zur Ankunft und darüber hinaus ununterbrochen. Zum ersten Mal auf diesem Törn setzen wir im Regen die Segel und laufen zunächst unter Groß und Blister zum Waypoint 6045, der „Jelse Odde“, die wir nördlich passieren müssen. Dort liegen 9 Seehunde, welche sich durch unsere nahe Vorbeifahrt nicht stören lassen. In der „Lovns Bredning“ müssen wir bei Wind aus ESE 3-4 leider aufkreuzen. Vor der Einfahrt in den Hjarb?k-Fjord ist die Virksundbrücke/-schleuse zu passieren. Ab dort rauschen wir durch bis zum Ausgangshafen unseres Törns. Es regnet „cats and dogs“, wie die Amerikaner sagen und so belassen wir das Schiff nach unserer Ankunft wie es ist. Unseren Törn beenden wir mit einem guten Essen im „Hjarb?k-Kro“, deren neue Eigentümer feinste Gerichte servieren.
Abrüsten und Rückfahrt Am Samstag, 22.04.2006, wird im Hjarb?k-Hafen die Segelsaison eingeläutet. Passend dazu scheint die Sonne, nachdem die Front über Nacht abgezogen ist. Um 08:00 Uhr morgens treffen zwei große Autokräne ein, die in etwa anderthalb Stunden sage und schreibe 22 Schiffe von ihren Winterlagerplätzen ins Wasser hieven. Das lokale Fernsehen schickt eine Reporterin nebst Kameramann vorbei, um abends über das Ereignis zu berichten. Uns kommt die Anwesenheit der Kräne sehr zugute. Schnell rüsten wir das Schiff ab und in Windeseile landet unsere „Ariane“ wieder auf dem Trailer. So sparen wir uns die Kurbelei mit dem alten Kran. Als alles verpackt und verzurrt ist, gönnt sich der Skipper noch ein Stündchen Schlaf, bevor es um 16:15 Uhr wieder Richtung Heimat geht. Diesmal nehmen wir von Viborg aus die B13 bis Vejle und gehen dort auf die E45 Richtung Deutschland. Auf der zum Teil vierspurig ausgebauten Straße kommen wir gut voran und sparen letztlich 40 km im Vergleich zum längeren Weg über die Autobahn nach Randers. ?ber Hamburg, Hannover, Frankfurt geht es direkt nach Wörth, wo wir nach 1.020 km um 07:15 Uhr am Sonntag, 23.04.2006, eintreffen. Nach einer Gesamtfahrzeit von 15:30 h (reine Fahrzeit 11:55 h) erreichen wir glücklich und zufrieden unser Heimatrevier. Zunächst gibt es ein Frühstück und dann lassen wir das Schiff zu Wasser und riggen kurz auf. Der Feintrimm soll später erfolgen, sodass wir gegen Mittag wieder zuhause sind.
Resüme Der Limfjord bietet, obgleich zu den Binnenrevieren zählend, große Wasserflächen (z.B. Nissum Bredning etwa 12,5 Nm lang, 7,5 Nm breit), wunderschöne Fjordlandschaften mit verwinkelten Fahrwassern sowie Inseln und einsame, gemütliche Buchten im Wechsel. Auf unseren drei Törns in 2003, 2004 und 2006 haben wir noch nicht alle Häfen, geschweige denn alle Ankerbuchten besucht. Immer wieder sieht man Seehunde oder hat manchmal sogar das Glück, die lustigen Gesellen in unmittelbarer Nähe des Bootes erleben zu können. Die Fahrwasser sind in der Regel gut betonnt. Bei Nachtfahrten in der Nissum Bredning kann man auch Fahrten mit Sektorenlichtern üben. Der Limfjord ist Flachwasserrevier und selten tiefer als 10 Meter. Die zahlreichen Flachs müssen sauber identifiziert und umschifft werden (Skipper an Steuermann: Schau mal mit dem Glas, ob die Möwen in zwei Uhr Position schwimmen oder stehen). Die Wasserstände sind recht stabil und variieren nur bei Starkwind. Strömung herrscht bei anhaltenden Winden aus einer Richtung und laufen in der Regel mit 1 bis 1,5 Knoten. In den Sunden (z.B. Fursund) können dann aber auch schon einmal 3 Knoten auftreten. Der Seegang kann bei Starkwind ruppig mit kurzer hoher Welle werden. Allerdings bietet der Limfjord immer Möglichkeiten, sich irgendwo im Lee einer Insel oder einer Bucht zu verstecken. Die Qualität der Marinas ist weitestgehend zufriedenstellend und in einigen Fällen sogar mit vorzüglich zu bezeichnen. Die Liegeplätze kosten in der Regel zwischen 70 und 95 DKR, was etwa 10-13 EUR entspricht. Zu dieser frühen Jahreszeit waren zahlreiche Hafenmeistereien noch nicht besetzt und so warf man die Gebühren in einem Umschlag versehen in den Briefkasten des Hafenmeisters. Das Wetter auf diesem Törn war wesentlich besser als erwartet. Nachts ging es zwar meist bis an die 3? Celsius herunter. Tagsüber jedoch wurden in der Regel 13-14? Celsius erreicht. Außer dem letzten Segeltag, an dem es ununterbrochen regnete, war es überwiegend sonnig. Bei den vorangegangenen Törns über Pfingsten gab es Temperaturen von bis zu 23? Celsius und das Wetter in Dänemark war jeweils wesentlich besser als zur gleichen Zeit in Südwestdeutschland. Da die Wassertemperaturen bei 4-5? Celsius lagen, war es oberste Pflicht ein ?berbordgehen unter allen Umständen zu vermeiden. Selbstverständlich gehörte das Tragen von Rettungswesten mit Lifebelts sowie das Einpicken in die Sorgleinen bei Arbeiten auf dem Deck zur aktiven Sicherheit. Die doppelschalige Bauweise unserer ETAP 23iL hatte neben der Unsinkbarkeit auch den Vorteil, dass kein Kondenzwasser an Bord entstand. Dies und die ausgeklügelte indirekte Be-/Entlüftung trugen zu einem guten Klima unter Deck bei. Das Schiff hat sich wieder einmal als zuverlässiger, gut segelnder Kleinkreuzer bewährt. Wir befuhren den Limfjord nun zum dritten Mal und sind uns sicher, dass wir wiederkommen werden. Maxim und ich genossen den diesjährigen Vater/Sohn-Törn in vollen Zügen. Vielleicht dient dieser Bericht dem einen oder anderen Leser als Motivation und Auslöser für die Planung eines ähnlichen Törns im Limfjord. Er wird es sicher nicht bereuen! Törn-Statistik Fahrtstrecke : 231 Nm (min. 13,6 Nm/Tag; max. 61,2 Nm/Tag; ? 29 Nm/Tag) Kartenmaterial: Delius-Klasing Sportbootkarten 2006 Satz 6: Dänemark 4 (Limfjord • Skagerrak • dänische Nordseeküste). Dieser beinhaltet zahlreiche Detailkarten und ein Begleitheft mit wertvollen Angaben zu Häfen, Waypoints, Brücken etc. Wichtig: Update zum Kartensatz vor Abreise von der DK-Internethomepage herunterladen! |
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